Gesundes Frühstück
Die Lebenswelt der Kinder hat sich in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert. Dies hat Auswirkungen auf den schulischen und außerschulischen Bereich, auf das Freizeit- und Sozialverhalten und auf die Gesundheit der Kinder. Heute sind 25% der Schüler übergewichtig. Das Körpergewicht 5-7 jähriger Kinder hat zwischen 1978 und 1998 um 14,5% zugenommen. Diese Fakten sprechen dafür, die Kinder - auch in der Schule – an gesunde Ernährung heranzuführen.
Wir sehen es als Unterrichtsprinzip an, dieses Thema in den Schulalltag einzufügen. Dabei entwickelt jede Lehrkraft andere Ideen zur nachhaltigen, kindgemäßen Umsetzung: Anhand einer Ernährungspyramide, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt ist, erhalten die Schüler einen Einblick in die richtige Zusammensetzung der Speisen für einen Tag. Die Mengenangaben erfolgen in Kinderhänden, die mit der jeweiligen Speise gefüllt sind. So erfolgt eine kindgemäße Darstellung. Die unterschiedlichen Arten der Nahrungsmittel werden durch die Ampelfarben gekennzeichnet und sind so gut verständlich einzuordnen. Die praktische Durchführung erfolgt mit dem gesunden Pausenfrühstück:
Schon ca. 10 min vor der Pause haben die Schüler die Möglichkeit, in Ruhe zu essen und zu trinken. Einige Lehrkräfte bieten den Kindern in dieser Zeit einen gefüllten Gemüse- und Obstkorb an, aus dem sie sich bedienen dürfen und die ausgewählte Sorte eventuell auch selbst schälen und zerschneiden. Besonders in den ersten Klassen hat es sich bewährt, die Schüler von zu Hause bereits geschnittenes Obst und Gemüse mitbringen zu lassen, das dann als Buffet angerichtet wird. In anderen Klassen findet ein Rohkosttausch statt. Einzelne Schüler dürfen außerdem ihr Pausenbrot vorstellen und geben so Anregung zur abwechslungsreichen Gestaltung. Auch die Eltern wirken tatkräftig mit und bereiten im Abstand von ca. 4-6 Wochen in den jeweiligen Klassen ein leckeres Buffet mit kindgemäßen gesunden Speisen und Getränken vor. So probieren die Kinder gemeinsam in der Klasse oft auch Speisen, die sie zu Hause eigentlich ablehnen und werden immer aufgeschlossener dafür, auch unbekannte Gemüsesorten oder Brotaufstriche kennen zu lernen.
Simone Klier-Rützel